Sightseeing – Reisetipps aus meiner Heimat – ue30Blogger and friends

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Unsere Heimat ist das beschauliche Waldhessen im östlichsten Zipfel von Hessen, an die Rhön angrenzend!

Früher, also ganz früher, als ich so etwa 10 Jahre alt war, da war unsere Heimat das Paradies für mich. Meine Freunde und ich haben den ganzen Tag im Freien verbracht. Wir haben Hütten gebaut, hatten phantastische Verstecke und kamen immer mit schmutzigen Klamotten und glücklich nach Hause. Rückblickend war das mit Sicherheit die schönste Zeit in meinem Leben. Sorgenfrei und kein Stück gestresst!

Mit der Pubertät änderte sich diese Ansicht allerdings, denn wenn man mitten im Nirgendwo wohnt, findet man das mit 16 sehr uncool! Klar, wir hatten Treffpunkte und auch Spaß. Aber die nächste (annehmbare) Disco war mindestens eine halbe Stunde entfernt und ohne einen „älteren Bekanntenkreis“ war man ziemlich aufgeschmissen. Und selbst das war keine Garantie. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mit knapp 17 in eine Disco mitgenommen wurde, die eine gute Dreiviertelstunde entfernt war. Was wenn die jetzt kontrollieren und ich dann nicht rein komme? Das waren die Sorgen der 90er-Jahre-Dorfjungend. (P.S. Ich musste glücklicherweise nie im Auto bleiben und warten…).

 

 

Mit Punkt 18 habe ich meine Heimat verlassen, nicht ganz freiwillig, da ich damals als Fremdsprachensekretärin in der ländlichen Gegend schlechte Karten auf eine Anstellung hatte. Und es war ein ganzes Stück Arbeit, bis ich dort ankam wo ich heute bin, aber das gehört jetzt nicht hier her. Ich landete also in Frankfurt. Von 35 Einwohnern zu knapp 750.000 Einwohnern. Bähm! Das war ein wahrer Kulturschock. Und genau da lernte ich meine Heimat zu schätzen, sehr sogar. Bis ich zurück kam, dauerte es ein paar Jahre. Aber nun bin ich hier, wünsche mir dass meine Kinder die gleiche wundervolle Kindheit erleben dürfen und bin glücklich. Glücklich über die Ruhe, die Natur und meinen Dorftrott.

 

 

Nun aber genug Vorgeschichte! Was gibt es denn nun hier anzuschauen, wenn man sich hier her verirrt?

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  1. Wald – gut der Name Waldhessen sagt ja schon irgendwie, dass wir wohl was mit Bäumen zu tun haben. Wir befinden uns hier in einer waldreichen Mittelgebirgslandschaft. Und ich bin der Meinung dies ist durchaus der schönste Sightseeing Tip. Diese Ruhe und Kraft die ein Waldspaziergang ausstrahlt, bewirkt mehr als jeder Wellnessurlaub. So kommt es recht häufig vor, dass ein Sonntagsausflug einfach in den vor der Tür gelegenen Wald geht, statt in die nächstgelegenen Städte Bad Hersfeld oder Fulda geht.
  2. Monte Kali – Monte was? Ja, ich würde sagen, der Monte Kali ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Berg in unseren Landen, denn er besteht aus Rohsalz, welches im Rahmen des Bergbaus von Kali&Salz zu Tage befördert wird – eine Salzhalde. In den Sommermonaten kann man innerhalb geführter Touren den Kaliberg besteigen. Im Übrigen ist dieser Kaliberg nicht der einzige, in unserer Heimat findet man eine Vielzahl von Salzbergen, der Monte Kali ist aber der einzige der erklommen werden kann.
  3. Burg Herzberg – Die Ruine dieser Höhenburg ist vor allem durch eins bekannt: Hippies! Bereits in 1968 fand dort das erste Open-Air Hippie Festival statt und es ist bis heute Kult, Menschen von fern und nah reisen einmal im Jahr dort an. Auch neben diesem Highlight gibt es regelmässig mittelalterliche Veranstaltungen in und um die Burgruine.
  4. Stiftsruine – noch ein Ruine, um einiges bekannter als die Burg Herzberg. Mitten in unserer Kreisstadt Bad Hersfeld gelegen und als Ort für die wunderbaren Bad Hersfelder Festpiele bekannt, findet man die Stiftsruine im Stiftspark. Ich könnte euch jetzt hier etwas über die Entstehung schreiben, aber ich erzähle euch lieber von dem Hier und Jetzt: Die Bad Hersfelder Festspiele, die sind in jedem Fall sehenswert. So wurden in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Theaterstücke, Musicals und Opern aufgeführt. Diese können die Besucher unter freiem Himmel innerhalb der alten Mauern genießen. Ich bin selbst großer Fan der Festspiele, eines meiner ersten Stücke war damals die Rocky Horror Picture Show. Ein wahrliches Highlight, vor allem als mir Reis und Toilettenpapier um die Ohren flogen. Mein Großvater hat vor vielen Jahren mit seinem Gesangsverein die Darsteller unterstützt und so konnte ich auch hin und wieder einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ich finde diesen Trubel und vor allem dieses familiäre Leben der Darsteller für „einen Sommer“ faszinierend.
  5. Knüllgebirge/Eisenberg – Wer mir auf Instagram folgt, der hat sicherlich schon das ein oder andere Foto aus dem Tierpark im Knüllwald gesehen. Für uns ist das (auch aufgrund der Kinder) eines der liebsten Ausflugsziele in der Gegend. Man kann dort wunderbar durch den Wald schlendern und die Kids bestaunen Rehe, Pferde, Wölfe und Bären. Die Bären haben kürzlich Nachwuchs bekommen, den wir sicherlich bald bestaunen werden. Der Höchste Berg im Knüllgebirge ist der Eisenberg, im Sommer bietet er sich für Wanderungen an und im Winter findet man dort eine Rodelbahn und einen Skilift mit Piste.

 

 

Das war ein kleiner Auszug aus unserer Heimat. Es gibt hier noch viel mehr zu entdecken, aufgrund der vielen Burgen und Ruinen gilt es die vielen Sagen und Schwänke zu erkunden. Aber dafür macht man sich am besten direkt auf in das wunderschöne Waldhessen!

P.S.: Ich stehe als Reiseführer gerne zur Verfügung.

 

Und falls ihr nach weiteren Sightseeing Tips für den nächsten Urlaub sucht, dann schaut doch mal bei den anderen Bloggerinnen vorbei:


14 comments found

  1. Hallo Kerstin, ich kann gut verstehen, dass es Dich mit 18 in die große Stadt nach Frankfurt verschlug – und genauso kann ich es verstehen, dass Du wieder zurückgezogen bist. Vermutlich der ewige Kreislauf der ländlichen Regionen… bin gespannt, ob es Deinen Kindern später auch so geht oder ob diese Generation die Stadt nicht mehr braucht, weil sie ja eh so vernetzt sind ;-)))
    Schön, auch mal von einer Gegend zu hören, die man nicht so kennt… das Foto mit den Pferden ist so zauberhaft! Für Kinder ist sowas ein Traum… als Kind ist man auf dem Land freier.
    Liebe Grüße, Maren

    1. Ja, da bin ich auch gespannt… Es sind viele in jungen Jahren weggezogen und dann für Familie und Häuschen im Grünen zurückgekehrt. Und meine Eltern taten es damals genauso – also wahrscheinlich wirklich der ewige Kreislauf…

  2. Ui, idyllisch ist es da <3 wär auch eine Kulisse für einen Liebesfilm oder sowas. Burgruinen finde ich sehr spannend immer, allein die Vorstellung, was dort mal für ein ganz anderes Leben vor so vielen Jahren geführt wurde ist schon unglaublich manchmal. Danke für die vielen tollen Tipps
    Liebe Grüsse Ela

  3. Liebe Kerstin,
    die Natur gleich vor der Haustür zu haben ist ein Geschenk für Kinder und für uns Erwachsene. Ein Spaziergang im Wald hilft ungeheuer zur Stressbewältigung. Das richtig schätzen gelernt habe ich auch erst, als ich aus der Stadt aufs Land zog. Eine wunderbar friedliche Idylle zeigen Deine Bilder.
    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Ein schöner Blogbeitrag. Einiges in Hessen kenne ich auch. Ich bin in der Stadt(Wiesbaden) aufgewachsen und bin dann als die Kinder Geboren wurden sind wir aufs Land gezogen. Meine Kinder sind jetzt in die Großstädte gezogen und wir sind auf dem Land geblieben.
    Lg Bo

  5. Liebe Kerstin,
    deine Gegend kenne ich leider überhaupt nicht. Deshalb war es sehr interessant, etwas von Waldhessen zu erfahren. Es scheint hier sehr schön und beschaulich zu sein. Burgen und alte Ruinen mag ich sowieso gerne. Danke für die kleine Führung durch deine Heimat und herzliche Grüße
    Birgit
    fortyfiftyhappy.de

  6. Für mich passierte genau das Gegenteil, von einer großen Stadt zu einer kleinen – ein großer Schock! Ich kenne die Region nicht, aber es muss idyllisch sein. Für Kinder sicherlich ein Paradies!
    Vielen Dank fürs Zeigen!
    Liebe Grüße,
    Claudia

  7. Das klingt toll. Was die Kindheit betrifft, wars bei mir ganz ähnlich. Aber wir hatten schon seit Mitte der 70er eine sehr gute, öffentliche Anbindung an die Stadt.
    Zum Ausgehen hat es uns wirklich überall hingezogen, vor allem natürlich auch an Orte, die man eigentlich nur mit dem Auto erreicht. Allerdings war es damals noch so, dass man auch unter 18 keine Kontrollen zu befürchten hatte. Das mit dem Alkohol hielt sich bei uns doch noch sehr in Grenzen, sodass die Polizei vermutlich keinen großen Sinn darin sah, sich einzumischen.
    BG Sunny

  8. Da lebe ich mit meinem 300-Einwohner-Dorf ja fast in einer Metropole 😉 Wir haben sogar einen Kiosk!
    Ich liebe das Landleben, obwohl ich in einer mittelgroßen Stadt aufgewachsen bin. Und für Kinder gibt es wohl nichts Schöneres als auf dem Land groß zu werden. So ungefähr bis sie 13 sind…. Aber ehrlich gesagt fand ich mit 17 auch, dass meine Mittelstadt mächtig langweilig ist und bin in die nahegelegene Unistadt mitgenommen worden, um zu feiern. Bisher haben meine lieben Töchter das Dorfleben ganz gut verkraftet 😉 Und das große zieht demnächst aus. Aufs Dorf *grins*
    Liebe Grüße
    Fran

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