Herbstgefühle

Herbstgefühle

Der Herbst und der Frühling sind meine liebsten Jahreszeiten. Und doch hadere ich mit diesem Herbst. Er gibt alles! Kein Frage. Sonnenschein und bunte Blätter, laue Temperaturen die zu wunderbaren Spaziergängen einladen und wir haben schon eimerweise Kastanien gesammelt und trotzdem… meine Herbstgefühle sind nicht die gleichen.

 

Woran es liegt?

An der Ungewissheit, der Beklommenheit, die diese Tage mit sich bringen. Am liebsten möchte ich mich in meiner kleinen Blase verstecken. Meine Familie und meine Arbeit. Ohne Nachrichten, ohne FakeNews in den sozialen Netzwerken.
Aber manchmal kommen dann eben doch diese unschönen Gedanken durch:
Wie wird es weitergehen? Kommen neue Einschränkungen? Die alten Bekannten, die mir bereits den Frühling gründlich versaut haben.
Manche Dinge lassen mich nur den Kopf schütteln, manche verwirren mich, manche machen mir Angst.

 

Was ist falsch und was ist richtig?

Wir bekommen ununterbrochen Neuigkeiten geliefert. Doch was gestern noch die beste Lösung war, entpuppt sich morgen häufig als Fake. Ich bin es oft Leid die „echten“ Informationen aus diesem Knäuel herauszufischen. Es strapaziert meine Geduld und meine Nerven – oft über das Ziel hinaus. Kennst du das Gefühl, wenn du ein verknotetes Seil mühsam auseinander zupfst und es irgendwann doch genervt in die Ecke wirfst?

Es kostet Kraft in diesen Tagen den richtigen Weg für sich zu finden. Einen vernünftigen Umgang mit dieser ganzen Misere und dabei den Optimismus nicht zu verlieren. Für meine Kinder bleibe ich stark. Versuche ihnen zu erklären, was ich oft selbst nicht verstehen kann. Ich werde sie zu Menschen erziehen, die den richtigen Weg erkennen und selbstbewusst gehen.

Was passiert hier? Kannst du mir das beantworten?

Ich lasse diesen Herbst ziehen, genauso wie ich es mit dem Frühling getan habe. Augen zu und durch lautet meine Devise. Die Tage werden vergehen, ob mit Lockdown oder ohne. Wir müssen lernen das Beste aus der Situation zu machen, so wie wir es im Frühling gemeistert haben. Und dennoch bleibt diese miese Ungewissheit als fahler Beigeschmack.

Einzig die Aussicht auf eine besinnliche Weihnachtszeit tröstet mich. Und die wird – so denn wir alle gesund bleiben – besinnlich, denn alle „Ablenkungen“ fallen ja weg. Wir bleiben für uns, in unserer kleinen Welt – und die machen wir uns, wie sie uns gefällt!

Vielleicht ein Stück wie früher. Vielleicht ist das auch das einzig gute an der Situation. Wir halten inne und besinnen uns auf uns und die Familie. Wir können etwas achtsamer durch diese sonst so gehetzte Zeit gehen.

Fernab von diesem surrealen Trubel dort draußen ist diese kleine Welt unser Geschenk.

 

Und bis dahin gehe ich raus in die Herbstsonne und gebe diesem Herbst eine klitzekleine Chance, der kann ja auch nichts für die Fehler von uns Menschen.

 

 

 

 

Photos by Lukasz Szmigiel on Unsplash und Micah Hallahan on Unsplash

 

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